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E X P E R I M E N T A L M U S I K Die Brüder Jürgen und Norbert Drogies versuchten, den Torso ihrer Band "D.R.P." wieder bewegungsfähig zu machen, und fahndeten in der Bremer Musik-Szene nach Gleichgesinnten. Dabei stießen sie auf Erwin Noack (der in Mexiko den Umgang mit Congas gelernt hatte), Willi Pape (der in der Soul-Band Shakespeares und der Radio-Bremen-Bigband geblasen hatte), den Bassisten Harald Konietzko (ebenfalls aus (Shakespeares hervorgegangen) und den Organisten Hans-Werner Ranwig.
Die ersten gemeinsamen Übungsstunden wurden im Sommer 1971 in einem Bauernhaus abgehalten. Da die neue Klang-Basis nicht mehr zum Image der "D. R. P."- Gruppe" paßte, entschied man sich, künftig unter "Thirsty Moon" aufzutreten. Mitte 1972 wurde mit den Aufnahmen für die erste Langspielplatte begonnen. Da zwischenzeitlich Michael Kobs den Platz des Organisten Hans-Werner Ranwig einnahm, sind schließlich auf der Plattenhülle zwei Tastendrücker aufgeführt.
Thirsty Moon ist keine typisch deutsche Gruppe, schrieb die Plattenfirma Metronome im Januar 1973 zur Veröffentlichung des Debüt-Albums, und will es auch gar nicht sein. Die Texte sind englisch, weil man der Ansicht ist, daß sich diese Sprache für den Zweck am besten eignet. Die musikalischen Einflüsse kommen aus verschiedenen Musikkulturen.
Diesen nebulösen Informationsvorhang lüfteten dann die Rezensenten: "Die Gruppe spielt Rock-Musik", kommentierte Manfred Miller, "beeinflußt von neueren Formen des Jazz; Formen der Kollektivimprovisation".
Thirsty Moon wurden zwar im Juni 1973 für die ARD-Fernsehsendung "Diskus" verpflichtet, mußten sich aber ansonsten mit dürftig honorierten Club-Auftritten "über Wasser halten", deren Einnahmen nicht einmal für die laufenden Kosten ausreichten- (Jürgen Drogies).
Im Herbst 1973 erschien die zweite Langspielplatte, diesmal unter Mitwirkung des Sängers und Gitarristen Siegfried Pisalla. Auch dabei zeigte sich die Neigungen zum Jazz in der Improvisation und der Rhytmik.
Thirsty Moon verwendete dabei aussergewöhnlicher Weise Jazz-Taktarten, wie 10/4, 8/4 und 7/4 und spielt dabei mit einer Direktheit und Aggressivität einer Rockgruppe.
(aus Günther Ehnert´s „Rock in Deutschland“ – Lexikon Deutscher Rockinterpreten) Taurus Press in Hamburg (1975)
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